Ungarische Lebensmittel

Ungarische Lebensmittel sind auch in Deutschland kulinarische Botschafter ihres Ursprungslandes. Altbekanntes und Interessantes gibt es bei den Lebensmitteln aus Ungarn gleichermaßen zu entdecken. Die ungarische Küche ist eng verwoben mit den Küchengepflogenheiten der Menschen in den Nachbarländern.

Die guten Bekannten: Paprika, Salami und Schweinefleisch

Sie sind die Universalgrößen der ungarischen Küche und ihr Bekanntheitsgrad hat globale Dimensionen. Ohne den wohlschmeckenden Paprika mit all seinen Geschmacksnuancen und Einsatzmöglichkeiten wäre jede gute Küche nicht komplett. Als Pulver, Paste oder frische Frucht erscheint er je nach Sorte lieblich bis höllenscharf. Seine Lieblingspartner sind ungarisches Schweineschmalz, Gänsefett und saure Sahne. Bei mäßiger Hitze entfaltet er sein unglaubliches Aroma.

Ungarische Lebensmittel - eine lange Tradition

Ungarn kann auf eine lange und erfolgreiche Tradition in der Schweinezucht verweisen. Die Krone gebührt dem Pannonischen Mangalica-Schwein, das auch als Wollschwein bekannt ist und noch vor 45 Jahren vom Aussterben bedroht war. Es zeichnet sich durch eine besonders hohe Speckschicht aus und lebt ganzjährig im Freien. Die ungarische Salami erblickte im 19. Jahrhundert in Szeged, der Heimat des Szegediner Gulaschs, das Licht der Welt.

Sie hebt sich vom italienischen Original durch den Einsatz einer anderen Gewürzmischung (Paprika-Plus!) ab und ihre Hauptzutat ist Schweinefleisch. Die Geflügelzucht Ungarns ist bekannt für ihre prachtvollen Gänse, Enten und Hühner.

Dafür stehen die köstlichen Salamis aus Entenfleisch, Gänseleberpasteten und das ungarische Paprikahuhn. Wer in ungarischen Kochbüchern stöbert, liest stets von der legendären Fischsuppe. Der westungarische Balaton ist reich an Fischen und so bereichern Zander, Karpfen und Aal das Lebensmittelangebot.

Die süßen Verführer: Feine Torten, Desserts und saftiges Obst

Auf den Obstplantagen im Süden Ungarns reifen Aprikosen, Pfirsiche, Kirschen, Äpfel, Birnen und Zwetschgen von erstklassiger Qualität. Sie bereichern als Importe das hiesige Saisonangebot und werden auch als Konserven, Gefrierkost und Trockenobst angeboten.

In der ungarischen Küche spielen süße Speisen, Konditoreiwaren und Desserts eine wichtige Rolle. Bei deren Herstellung wird neben lockerem Biskuitteig, vollmundiger Schokolade und sämigen Karamell häufig Obst verwendet.

Bei einem Besuch im Kaffeehaus offenbart sich die üppige Vielfalt an Torten und Desserts. Herausragend ist der internationale Ruf von Dobostorte und Palatschinken. Die nach dem Konditormeister Dobos benannte Torte ist ein Gesamtkunstwerk aus Biskuitteig, Schokoladencreme und einem Guss aus Karamell.

Was dem Österreicher die Sachertorte ist, ist dem Ungarn die Dobostorte. Unter dem schönen Namen Palatschinken verbergen sich schlichte Eierkuchen. Diese werden mit Sahne, Schokolade, Kompott und Cremes aus Quark fantasievoll dekoriert und sind Gaumen- und Augenschmaus zugleich.

Nach all den Schlemmereien hilft der berühmte Kräuterlikör Unicum aus dem Budapester Hause der Familie Zwack. Die geheime Rezeptur spricht von 40 Kräutern und Wurzeln aus der Natur, die schon Kaisern und Königen bei der Verdauung behilflich waren.