Ungarische Küche

So wie das kulinarische Deutschland weltweit mit Bier, Kartoffeln und Wurst in Verbindung gebracht wird, dürften nicht nur die meisten Deutschen bei Erwähnung des Begriffs „Ungarische Küche“ zunächst an Gulasch und Paprika, an scharf-feurige Geschmacksnoten und vielleicht auch an Tokaier-Wein denken.

Tatsächlich ist die ungarische Küche zu wesentlichen Teilen von bäuerlicher Bodenständigkeit und auf die Vielfalt der fleischigen, pflanzlichen und fischigen Grundprodukte des Landes abstellender Herzhaftigkeit bestimmt.

Aber auch Elemente höfischer und bürgerlicher Kulinarik haben die ungarische Küchen-Tradition mitgeprägt. Und schließlich ist nicht zu vergessen, dass Ungarn aufgrund seiner bewegten Geschichte und seiner zentralen geographischen Lage im östlichen Mitteleuropa ständig von Einflüssen aus dem deutschsprachigen Raum und sowie den slawischen, rumänischen und türkischen Kulturkreisen inspiriert wurde

Hier noch einige Rezepte!

Typisch für die ungarische Küche ist ihre Zubereitung mit Knoblauch, Tomaten und Zwiebeln. Auch Paprika (insbesondere aus den Regionen um Szeged und Kalocza) als Gemüse oder in Pulverform spielt eine nicht unbedeutende Rolle.

Allerdings erst seit etwa 100 Jahren und nicht in dem dominierenden Umfang wie es das touristische Klischee gern vermittelt. Bei der Zubereitung der sättigenden und oft schweren Fleischgerichte wird in der Regel reichlich Schmalz verwendet.

Gern kommt auch Sauerrahm als Zutat zum Einsatz. Eine Art, außerhalb Ungarns wenig bekanntes, Nationalgericht ist Krumplipaprikás (Kartoffelpaprikasch), ein deftiger Suppeneintopf mit dem Hauptzutaten Kartoffeln (70 %) und Hartwurst (vorzugsweise Debreziner oder Gyulaer) (20 %). Dazu gehören ferner Tomaten, Paprikapulver, Paprikaschoten, Zwiebeln und Schmalz ersatzweise Speiseöl.

Wie Krumplipaprikás wurde auch eine andere beliebte ungarische Suppe, das Gulyás (Kesselgulasch) ursprünglich im Hängekessel, dem Bogrács, über dem heute von moderner Herdtechnik weitgehend abgelösten offenem Feuer zubereitet.

Beim Grundrezept für das variantenreiche Gulyás werden Fleischwürfel im Kessel oder Topf zunächst scharf in Schmalz angebraten, dann Zwiebeln dazugegeben bevor sie zusammen mit Wasser und anderen Zutaten (u.a. Kartoffelwürfel, Selleriestücke, Tomatenviertel) zu einer Suppe gegart werden.

Das, was in Deutschland allgemein als Gulasch bekannt ist, ist im Prinzip eine eingedickte Gulyás-Version und wird in Ungarn „Pörkölt“ genannt

Das „Ungarische Meer", der fischreiche Balaton (Plattensee), liefert wie die anderern Seen des Landes die Grundlage für delikate Fischsuppen wie die berühmte Halászlé (Fischerbrühe). Gern wird die auf zunächst angebratenen und danach zerkochten Fischstücken und Zwiebeln basierende, feurig gewürzte Suppe mit Sauerrahm genossen. Ein begehrter Speisefisch ist der gegrillt, gebraten oder mariniert genossene Fogas (Plattensee-Zander, Fogosch), eine besonders grätenarme Varietät des Zanders.

Zu den populärsten Nasch-Speisen Ungarn zählen der Crepes ähnelnde Palascinta (Palatschinken), die gekühlt servierte Milchschaumspeise Madártej (Vogelmilch), eine Vielzahl von Kuchenschnitten sowie durch ihren Schichtenreichtum charakterisierte Tortenspezialitäten wie die Esterházy Torta oder die Dobos Torta.

International begehrte ungarische Spitzenweine sind der aus Hárslevetrüt-und Furmint-Trauben gekelterte
Weißwein Tokaj (Tokaier) sowie der schwere Rotwein Egri Bikavér (Erlauer Stierblut). Als einheimische Spirituoysen sind insbesondere der Kräuterlikör Unicum und edle Varianten des populären Obstbrandes Pálinka zu empfehlen.