Ungarische Gulaschsuppe

Als Mittagessen an einem kühlen Herbsttag, als Mitternachtsimbiss nach einem rauschen Fest oder einfach als leckerer Snack zwischendurch: Eine echte ungarische Gulaschsuppe kommt bei hungrigen Essern in vielen Ländern der Erde gut an.

Für Gulasch und Gulaschsuppen gibt es zahlreiche Rezepte. Doch die „Original ungarische Gulaschsuppe“ steht auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Ist die Suppe, die in deutschen Suppentöpfen brodelt, tatsächlich „original ungarisch“?

Ungarische Gulaschsuppe
Ungarische Gulaschsuppe | © juefraphoto - Fotolia

Sprachliche Verwirrung

Während das Gericht „Gulasch“ oder „Gulaschsuppe“ auf vielen deutschen Speisekarten zu finden ist, ist dies in ungarischen Restaurants etwas komplizierter. Was wir unter Gulasch verstehen, heißt in Ungarn Tokány, Paprikas oder Pörkölt.

Außerdem gibt es noch Gulyás, eine sehr scharfe Suppe, in die Fleisch, Gemüse und Kartoffeln kommt. Übersetzt bedeutet Gulyás Rinderhirte oder Viehhirte, der Begriff ist in Ungarn als Überbleibsel der historischen Hirtenkultur der Magyaren als Nachname verbreitet.

Beispiele für die Namensgebung sind Sportler wie Géza Gulyás (Torwart), Péter Gulyás (Handballspieler) oder Rick Gulyas (ein kanadischer Skispringer, dessen Vorfahren aus Ungarn stammen.

Typisch ungarisch

Die Hirten, die die weit weg vom heimischen Herd in der Puszta ihre Herden bewachten, haben aus Fleisch und Gemüse einen kräftigen Eintopf über dem lodernden Lagerfeuer zubereitet – dies ist der Ursprung aller Gulaschvarianten.

Ein Gulaschgericht enthält mundgerecht in Würfel geschnittenes Fleisch, Zwiebeln und Gewürze. Typisch ungarisch ist, dass das Fleisch in Schweineschmalz angebraten wird und Paprika dazu kommt: milder süßer Paprika oder feurig scharfe Sorten. Außerdem fügt man den dem Gulasch gern eine fette saure Sahne zu.

Das macht den landestypischen Geschmack der verschiedenen Rezepte aus. Tokány, Pörkölt und Paprikas sind Ragouts. Sie werden zusammen mit Beilagen wie Nudeln, Knödeln oder Kartoffeln verzehrt.

Für die Basis der Gerichte kann Rindfleisch, Schweinefleisch, Lamm, Kalb, oder Huhn zum Einsatz kommen. „Typisch ungarisch“ gibt es bei diesen Gerichten nicht. Jede Hausfrau schwört auf ihr ererbtes Familienrezept.

Ungarische Gulaschsuppe selbst kochen

Die ungarische Gulaschsuppe gehört zu den beliebtesten Fertiggerichten aus der Dose. Diese Dosensuppen haben den Geschmack des Gerichtes außerhalb von Ungarn geprägt: eine kräftige und würzige Fleischsuppe, die jedoch nicht zu scharf ist und eine sämige Konsistenz hat.

Für sechs Personen rechnet man 1,2 Kilo in Würfel geschnittenes Rindfleisch. Das Fleisch wird in Schweineschmalz kräftig angebraten. Dazu kommt ein Kilo geschälte und zerschnittene Zwiebeln, die mit angedünstet werden.

Der Suppenansatz wird mit Rinderbrühe abgelöscht und aufgefüllt, mit Salz, Pfeffer und Paprika mit dem gewünschten Schärfegrad gewürzt. In eine typische Gulaschsuppe kommen kleingeschnittene Paprikaschoten: rot und/oder gelb, aber auf alle Fälle gehört grüner Paprika hinein.

Wer möchte, kann Suppengemüse, Tomatenwürfel, Tomatenmark oder auch Rosmarin in die Suppe geben. Meist werden kurz vor Ende der Garzeit noch Kartoffelwürfel zugefügt. Ist das Fleisch weich, kann die Suppe auf Wunsch gebunden und mit einem Löffel Crème fraîche gekrönt werden.

Am besten schmeckt die ungarische Gulaschsuppe, wenn sie wieder aufgewärmt wird. Deshalb sollte man das Gericht bereits am Vortag zubereiten und über Nacht durchziehen lassen.